Gerade ist mir diese Frage in den Sinn gekommen. Ich habe keine Ahnung warum, aber jetzt ist sie da und will wahrscheinlich beantwortet werden.
Ich habe hier schon oft erwähnt, dass ich Langzeitstudentin bin, aber ehrlich gesagt finde ich 12 Semester keine lange Zeit – relativ gesehen. Denn was sind schon 6 Jahre im Vergleich zu einem ganzen Leben. Man könnte natürlich sagen, dass die Jahre in den 20ern die besten Jahre überhaupt sind. Man ist kein pubertärender Teenager mehr, fängt an zu reifen und stellt die Weichen, die für das weitere Leben eine Rolle spielen sollen.
Aber ehrlich gesagt, habe ich hier ja schon mal gesagt, dass das Leben nicht immer nach Plan läuft und es mehr als den einen Weg gibt.
Gut, wer bin ich also?
Ich bin ein Mensch, genauer gesagt eine Frau.
Ich bin beste Freundin, Gefährtin, Partnerin. Alles in einem nur für ihn – meinen Schatz. Seit fast vier Jahren sind wir ein Paar und seitdem wir zusammen wohnen unzertrennlich. Nicht im wörtlichen Sinne. Jeder Mensch braucht seine Freiheiten. Sollte eigene Hobbys haben und auch mal einen Tag ohne den anderen auskommen können. Unzertrennlich sind wir im Geist. Wir verstehen uns ohne Worte und selbst über Kilometer hinweg. Wir denken aneinander und oft auch das Gleiche. Wir sind mal verrückt und verspielt, mal traurig und ernst. Aber immer beieinander und füreinander da.
Ich bin Tochter, Schwester, Enkelin. Letzteres zur Zeit in Dauerbereitschaft, denn meine Oma ist nicht mehr so, wie sie mal war. Sie braucht Hilfe. Beinahe täglich erhalte ich einen Anruf oder eine Notiz auf den AB. Mal ist der Fernseher verstellt, mal fehlt ein dämliches Puzzleteil und mal möchte sie einfach nur wissen, dass ich da bin. Sie braucht das. Sie braucht mich. Und ich kann nicht nein sagen, weil ich jeden Moment, den wir beide miteinander haben genießen möchte, auch wenn das nicht immer einfach ist.
Ich bin Freundin von vier außergewöhnlichen jungen Frauen.
Die Erste meistert ihr Studium mit Bravour, bereist die Welt und ist dennoch immer mit mir verbunden, dank Skype.
Die Zweite ist Mutter von zwei liebenswerten Kindern und Studentin gleichzeitig. Sie schafft, wenn auch mit Pausen, das was sie will und ist genau die Art von Mutter, die ich gerne mal sein möchte. in der fernen Zukunft.
Die Dritte hat mit stetiger Arbeit und einem enormen Durchhaltevermögen den Mann und das Leben bekommen, das sie schon immer haben wollte. Ich freue mich sie jetzt schon zu kennen, die zukünftige Museumsdirektorin vom Louvre.
Und die Vierte braucht einfach mehr Mut, zu sich selbst zu stehen, dann schafft sie es auch von ganz allein ihr Lebe in den Griff zu kriegen.
Ich bin Mitglied in der SPD. Wahrscheinlich kaum zu glauben, aber wahr. Gerade in der Zeit der Krise der SPD habe ich mich entschlossen beizutreten. Warum? Weil ich mitreden will, mitmachen will. Ich will Entscheidungen treffen und meine Zukunft aktiv beeinflussen können. Und außerdem will ich weiterhin in einer sozialen Welt leben. Ich möchte, dass meine zukünftigen Kinder in einer Welt aufwachsen, in der die Menschen füreinander da sind. Ich will, dass sie so leben können wie ich. Vielleicht sogar besser leben als ich. Unabhängig von meinem Status und dem ihres Vaters soll ihnen die Welt offen stehen. Und genau darum bin ich bei der SPD.
Ich bin ein Teil der “Gelben Wand”. Bei jedem Heimspiel unterstütze ich den BVB laut und mit Leidenschaft. Es gibt nicht Größeres, nichts Besseres, als mit 80.000 Menschen den geilsten Verein der Welt anzufeuern.
Ich bin Twitterer, Facebooker und manchmal auch noch Blogger. Ich lebe, liebe und hasse das Web 2.0. Es ist immer jemand da, wenn du ihn brauchst, aber es ist auch immer jemand da, auch wenn du ihn überhaut nicht brauchst. Irgendwie eine verzwackte Geschichte.
Ich bin Christ. Ich bin nicht fundamentalistisch und garantiert nicht abhängig. Doch das Gefühl, dass da jemand ist, dass da Gott ist, das finde ich gut.
Ich merke, ich bin so vieles. Meine Frage zu beantworten ist also gar nicht so einfach.
Obwohl…
…eigentlich ist die Antwort ganz einfach und liegt auf der Hand.
Ich bin ich.
Nicht mehr und nicht weniger. Und ich bin gerne ich. Mit 1000 Facetten, aber immer noch ich.
Ellinett kommentiert